Nashville – BDMHs Meinl trifft NAMMs Averwater
Chip Averwater, der Vorsitzende der National Association of Music Merchants (NAMM) und Gerhard A. Meinl, Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller e.V. (BDMH) trafen sich im Rahmen der gerade stattgefundenen NAMM Show, die, wieder zurückgekehrt, in Nashville stattfand, zu ihrem turnusmäßigen Gedankenaustausch über die Arbeit der Verbände. Chip Averwater gratulierte Gerhard A. Meinl zur Wiederwahl und informierte über die Pläne der NAMM, deren us-amerikanische nationale Ausrichtung sowie die neugegründete NAMM International LLC mit Sitz in London. Mit diesem Büro will der us-amerikanische Verband speziell auf die Bedürfnisse und Wünsche seiner ausländischen, d.h. nicht in den USA ansässigen Mitglieder eingehen - rund 23 Prozent der NAMM sind keine US-Firmen - insbesondere deshalb, da die NAMM-Mitgliedschaft Voraussetzung ist, um an den von der NAMM veranstalteten Musikmessen teilzunehmen bzw. diese zu besuchen. Mit dieser Zweigstelle in London sollen NAMM-Mitglieder besser unterstützt und ihre Teilnahme an den Musikmessen der NAMM noch attraktiver werden. Des weiteren sollen sich die Aktivitäten der Niederlassung positiv auf die Arbeit im Bereich der Entwicklung und Unterstützung des globalen Musikmarktes auswirken und den gegenseitigen Austausch von Ideen und Konzepten zwischen der Organisation und deren Mitglieder fördern.
Gerhard A. Meinl dankte Chip Averwater für dessen Glückwünsche und verwies darauf, dass der gesamte bisherige Vorstand, bestehend aus den Herren
Dr. Horst Bräuning, Hohner Musikinstrumente & Co. KG Trossingen
Martin König sen., König & Meyer GmbH & Co. KG Wertheim
Volker Müller-Zierach, Pirastro GmbH Offenbach
Klaus Schöller, Karl Höfner GmbH Baiersdorf-Hagenau
Joachim Winter, Jakob Winter GmbH Nauheim.
sich zur Wiederwahl stellte und einstimmig von der Mitgliederversammlung bestätigt wurde. Er informierte ferner über die Jahreshauptversammlung, die, wie in den letzten Jahren üblich, gemeinsam mit den Mitgliedern des Gesamtverbandes der Deutschen Musikfachgeschäfte e.V. (GDM) an einer Fachschule für Musikinstrumentenbau durchgeführt wurde, von denen es in Deutschland drei gibt.
Das gab Gelegenheit, dass sich die Teilnehmer auch über diese Einrichtung, an der ein Großteil der Berufsausbildung zum Musikinstrumentenmacher erfolgt, informieren konnten.
Intensiv befasste man sich während dieser Tagung mit dem Thema des Handels mit Musikinstrumenten im Internet wie auch der Entwicklung differenzierter Fachhandelspartnerkonzepte, die den Leistungen des Musikfachhandels besser gerecht werden und eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Unternehmen zulässt. Basis sollen speziell gekennzeichnete Produkte, die ausschließlich über Mitglieder des Musikalienverbandes vertrieben werden, sein.
Ein weiteres Thema war der Trend zur Zweit- und Drittmarke mit dem Ziel, den Herstellern ein flächendeckendes Angebot zu ermöglichen, denn durch diese können Lieferanten fast alle Preisklassen abdecken. Der Einkauf werde günstiger und die Hauptmarke werde bekannter und verschiedentlich entfällt der Eigenimport des Handels für billigere Preisklassen. Schließlich wurde handelsseitig die Frage der Vergütung von Beratungsleistungen angesprochen, da immer mehr Kunden diese im Fachgeschäft kostenlos in Anspruch nehmen, dann aber im Internet den tatsächlichen Kauf tätigen.
Mit Blick auf den bundesdeutschen Herstellerverband, dem Gerhard A. Meinl vorsteht, erklärte dieser, dass auch weiterhin der Servicecharakter der Organisation ausgebaut werde sowie der Schwerpunkt auf Marktvergrößerung liegt, indem insbesondere die Musikpädagogik unterstützt und dafür Sorge getragen wird, in den Regelschulen mehr aktive Musizierende heranzubilden, ähnlich wie es in Amerika vorbildlich ist und erfolgreich durch den BDMH in Deutschland eingeführt wurde.
Dazu besteht seit nunmehr über 20 Jahren eine eigenständige Organisation, die Akademie für Musikpädagogik, administrativ und finanziell getragen vom Herstellerverband, gefördert aus Mitteln der Messe Frankfurt, an der jährlich knapp 500 hauptamtliche Musikpädagogen, beschäftigt in allgemein bildenden Schulen, d.h. Regelschulen und kommunalen Musikschulen, sowie mittlerweile über 200 Musikstudenten im Rahmen ihrer Hochschulausbildung mit den Programmen des Klassenmusizierens aus- bzw. berufsbegleitend fort- und weitergebildet werden.
Von der erfolgreichen Arbeit der Akademie konnte sich Chip Averwater bereits anlässlich seines Besuchs zur Frankfurter Musikmesse selbst überzeugen, denn er hat am ersten Treffen der „Klassenmusizierer“ im März teilgenommen, das mit über 150 Teilnehmern ein voller Erfolg war. Im Rahmen des Treffens wurde das Schulwerk „Bläserklasse“ vorgestellt wurde, das ganz auf die Belange der Lehrpläne, d.h. des Musikunterrichts an allgemein bildenden Schulen, d.h. der Regschule, ausgerichtet ist, und damit eine echte Alternative zum bislang vorherrschenden anglo-amerikanisch bestimmten Notenmaterial darstellt.
Wiesbaden, 03. Juli 2008

Bildlegende
Gerhard A. Meinl, Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller e.V. (BDMH),li. und Chip Averwater, Vorsitzender der nationalen Vereinigung der amerikanischen Musikfachhändler (NAMM) trafen sich zum informellen Gedankenaustausch über die Schwerpunkte der Arbeit beider Organisationen anlässlich der Sommer NAMM, veranstaltet von der NAMM, die in diesem Jahr, nach zweijähriger Abwesenheit, wieder am traditionellen Standort in Nashville stattfand
